OUTDOOR – Toter Grund I

2012
installation
2 slides and 2 projectors, press boards



Text (german) by Andreas Spiegl:
Die Arbeit »outdoor (Toter Grund I)« basiert auf dem Prinzip »Schuss und Gegenschuss«. Die beiden Motive sind Wege, die sich im Gestrüpp verlieren, Wege, deren weiterer Verlauf sich dem Blick entzieht. Pfade ins Nirgendwo und zugleich Spuren des Begehrens, Spuren einer homosexuellen Praxis, sich zu verstecken, um sich dann zu entdecken. Jedes Bild notiert eine Geographie des Begehrens, das in den Wegen angekündigt und im Dunkel vorenthalten wird. Und dann der Gegenschuss, der Blick zurück, Wege, die auf eine Lichtung zulaufen, Ausgänge markieren. Was diese Bilder aussparen, was sie nicht zeigen, ja vorenthalten, ist der Moment der Aufnahme selbst. Was die Bilder trennt, ist nicht die entgegensetzte Perspektive sondern die Zeit, die zwischen den Aufnahmen liegt. Und erst im Gegenüber der entgegengesetzten Perspektiven wird die Zeit sichtbar und damit die Unterbrechung, die das Bildpaar je charakterisiert. Endloses Versäumen am gleichen Ort. Was die Bilder erzählen sind die Augenblicke, die sie trennen, die sie versäumen. Was sie ins Bild nehmen, ist eine Fehlstelle, eine Leerstelle, in der sich das fragmentarische zu erkennen gibt. Die Fehlstelle markiert zugleich den Zwischenraum, in dem die erotische Erfahrung lokalisiert und imaginiert werden kann – auch als Schuss und Gegenschuss und auch als Davor und Danach.


OUTDOOR – Toter Grund I
OUTDOOR – Toter Grund I
OUTDOOR – Toter Grund I