OUTDOOR – Toter Grund I

2012
installation
2 slides and 2 projectors, press boards


en:
The installation Outdoor - Toter Grund I is based on the principle of shot/countershot. The two motifs are paths leading into dense woodland, paths whose continuation is out of sight. Paths to nowhere and simultaneously traces of desire. Each image denotes a geography of desire heralded by the paths and withheld by darkness. And then the countershot, the view back, paths that run into a clearing, that mark exit routes. Omitted from these images is the moment of being photographed.
What separates these images is not the reverse perspectives but the time that lies between the photographs. And this time only becomes visible in the juxtaposition of the opposite views, and with it the disruption that characterises this pair of photographs. The images narrate the moments that separate them. A gap where the fragmentary reveals itself is brought into the image. The missing spot also marks the gap in-between, in a space where the experience can be located and imagined.

Text: Andreas Spiegl
Translation: Jonathan Quinn

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de:
Text (german) by Andreas Spiegl:
Die Arbeit »outdoor (Toter Grund I)« basiert auf dem Prinzip »Schuss und Gegenschuss«. Die beiden Motive sind Wege, die sich im Gestrüpp verlieren, Wege, deren weiterer Verlauf sich dem Blick entzieht. Pfade ins Nirgendwo und zugleich Spuren des Begehrens, Spuren einer homosexuellen Praxis, sich zu verstecken, um sich dann zu entdecken. Jedes Bild notiert eine Geographie des Begehrens, das in den Wegen angekündigt und im Dunkel vorenthalten wird. Und dann der Gegenschuss, der Blick zurück, Wege, die auf eine Lichtung zulaufen, Ausgänge markieren. Was diese Bilder aussparen, was sie nicht zeigen, ja vorenthalten, ist der Moment der Aufnahme selbst.
Was die Bilder trennt, ist nicht die entgegensetzte Perspektive sondern die Zeit, die zwischen den Aufnahmen liegt. Und erst im Gegenüber der entgegengesetzten Perspektiven wird die Zeit sichtbar und damit die Unterbrechung, die das Bildpaar je charakterisiert. Endloses Versäumen am gleichen Ort. Was die Bilder erzählen sind die Augenblicke, die sie trennen, die sie versäumen. Was sie ins Bild nehmen, ist eine Fehlstelle, eine Leerstelle, in der sich das fragmentarische zu erkennen gibt. Die Fehlstelle markiert zugleich den Zwischenraum, in dem die erotische Erfahrung lokalisiert und imaginiert werden kann – auch als Schuss und Gegenschuss und auch als Davor und Danach.

Text: Andreas Spiegl:


OUTDOOR – Toter Grund I
OUTDOOR – Toter Grund I
OUTDOOR – Toter Grund I